Ängste mit Hypnose auflösen – warum konkrete Ängste oft schneller veränderbar sind, als viele denken

Flugangst, Fahrangst, Spinnenangst, Höhenangst oder Angst vor Spritzen können das Leben erheblich einschränken. Besonders belastend ist dabei oft: Der Verstand weiß längst, dass eigentlich keine Gefahr besteht – aber das Gefühl reagiert trotzdem. Wer Angst vor Spinnen hat, weiß normalerweise, dass die kleine Spinne an der Wand keine wirkliche Bedrohung darstellt. Wer unter Flugangst leidet, kann sämtliche Statistiken über die Sicherheit des Fliegens kennen. Und jemand mit Angst beim Autofahren ist vielleicht jahrelang problemlos gefahren. Trotzdem beginnt das Herz zu schlagen, die Brust wird eng, der Magen reagiert oder es entsteht dieses starke Bedürfnis: „Ich muss hier raus.“

Der Verstand sagt: „Eigentlich ist alles in Ordnung.“ Das Gefühl sagt etwas anderes. Und genau darin liegt für uns ein entscheidender Ansatzpunkt der Auflösenden Hypnose ®. Angst ist nicht nur ein Gedanke. Angst ist ein Gefühl. Deshalb arbeiten wir dort, wo die Angst tatsächlich spürbar wird.

Warum lässt sich Angst nicht einfach wegdenken?

Viele Menschen mit einer konkreten Angst haben schon unzählige Male versucht, sich selbst zu beruhigen: „Die Spinne tut mir nichts.“ „Fliegen ist sicher.“ „Ich kann Auto fahren.“ „Der Aufzug bleibt nicht stecken.“ Rational kann all das vollkommen richtig sein. Trotzdem kann die Angst innerhalb weniger Sekunden wieder da sein. Denn rationales Wissen und emotionales Erleben sind nicht dasselbe.

Genau deshalb versuchen wir bei der Auflösenden Hypnose® nicht, die Angst wegzureden, zu unterdrücken oder mit positiven Gedanken zu überdecken. Wir gehen dorthin, wo die Angst tatsächlich entsteht – in das Gefühl. In der Hypnose richtet sich die Aufmerksamkeit stärker nach innen. Dadurch können Gefühle und emotionale Reaktionen leichter zugänglich werden. Und dann machen wir etwas, das zunächst vielleicht ungewöhnlich klingt: Wir gehen in die Angst hinein, anstatt vor ihr wegzurennen.

Warum wir uns der Angst bewusst nähern

Wer Angst hat, versucht verständlicherweise, sie zu vermeiden. Bei Spinnenangst wird vielleicht das Schlafzimmer kontrolliert, bei Höhenangst werden Aussichtspunkte oder Gondeln gemieden. Wer Angst beim Autofahren hat, fährt nicht mehr auf der Autobahn oder nur noch bekannte Strecken. Bei Flugangst wird der Urlaub so geplant, dass kein Flug notwendig ist, und wer Angst im Aufzug hat, nimmt lieber die Treppe. Das hilft zunächst: Die Situation ist weg und damit wird auch die Angst weniger. Das Angstgefühl selbst bekommt dadurch jedoch keine neue Erfahrung.

Bei der Auflösenden Hypnose® gehen wir deshalb einen anderen Weg. Wir nähern uns genau der emotionalen Reaktion, die sonst vermieden wird. Dafür brauchen wir keine echte Spinne, müssen nicht gemeinsam auf die Autobahn fahren, in einen Aufzug steigen oder ein Flugzeug besteigen. Häufig genügt bereits die Vorstellung einer Situation, damit das dazugehörige Gefühl wahrnehmbar wird. Vielleicht entsteht Enge in der Brust, der Bauch zieht sich zusammen oder die Atmung verändert sich. Vielleicht kommt Zittern, Unruhe oder Schwindel. Manchmal erscheint ein inneres Bild, eine Erinnerung oder plötzlich ein ganz anderes Gefühl. Wir versuchen nicht, diese Reaktion sofort wieder wegzumachen. Die Angst darf da sein. Sie darf wahrgenommen und gefühlt werden und ihren Verlauf nehmen.

Was kann sich dadurch verändern?

Unser Gehirn lernt nicht nur durch Informationen, sondern auch durch Erfahrungen. Wenn ein bestimmter Auslöser immer wieder mit einer starken Angstreaktion verbunden ist, kann diese Reaktion irgendwann beinahe automatisch entstehen: Spinne = Angst. Autobahn = Angst. Flugzeug = Angst. Höhe = Angst. Aufzug = Angst. Der Verstand kann längst wissen, dass keine unmittelbare Gefahr besteht. Das emotionale Erleben reagiert trotzdem nach dem bekannten Muster.

In der Auflösenden Hypnose® wird diese emotionale Reaktion wieder zugänglich. Die Angst darf erlebt werden, während das Befürchtete nicht geschieht. Gleichzeitig kann der Mensch erfahren, dass auch ein starkes Gefühl nicht endlos bestehen bleiben muss. Es kann sich verändern, schwächer werden und wieder abklingen. Das Gehirn macht eine neue Erfahrung. Vereinfacht gesagt bekommt es dadurch die Möglichkeit, die bisherige Verbindung zwischen einem Auslöser und der starken Angst neu zu bewerten. Der Verstand wusste vielleicht schon lange: „Eigentlich bin ich sicher.“ Jetzt kann auch auf der Gefühlsebene eine andere Erfahrung entstehen.

Spinnenangst, Flugangst, Fahrangst & Co. – welche Ängste gibt es?

Ängste können sich auf ganz unterschiedliche Tiere, Situationen oder Erlebnisse beziehen. Manche Menschen suchen nach dem alltäglichen Begriff, andere kennen bereits die entsprechende Fachbezeichnung. Zu den häufig genannten konkreten Ängsten zählen Spinnenangst (Arachnophobie), Flugangst (Aviophobie), Fahrangst bzw. Angst beim Autofahren (Amaxophobie), Höhenangst (Akrophobie), Angst vor engen oder geschlossenen Räumen (Klaustrophobie), Spritzenangst oder Angst vor Nadeln (Trypanophobie), Zahnarztangst (Dentophobie), Insektenangst (Entomophobie), Wespenangst, Hundeangst (Kynophobie), Schlangenangst (Ophidiophobie), Mäuseangst (Musophobie), Vogelangst (Ornithophobie), Blutangst (Hämophobie), Angst vor Erbrechen (Emetophobie) und Gewitterangst (Astraphobie).

Daneben gibt es viele sehr konkrete situationsbezogene Ängste: Autobahnangst, Tunnelangst, Angst als Beifahrer, Angst im Aufzug, Angst in der U-Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, Angst in Gondeln oder Seilbahnen, Angst auf Brücken oder generell Angst in Situationen, in denen man das Gefühl hat, nicht jederzeit aussteigen, weggehen oder die Situation selbst beenden zu können. Und gerade hier lohnt es sich, genauer hinzusehen, denn manchmal sind mehrere scheinbar unterschiedliche Ängste emotional enger miteinander verbunden, als man zunächst vermuten würde.

Wenn hinter mehreren Ängsten dasselbe Gefühl steckt

Stellen wir uns jemanden vor, der wegen Fahrangst zu uns kommt. Zunächst scheint das Thema eindeutig. Im Gespräch stellt sich aber vielleicht heraus: In der Stadt funktioniert das Autofahren gut, auf der Autobahn kommt Angst. Lange Tunnel werden vermieden und als Beifahrer fühlt sich die Person ebenfalls unwohl. Dann kommt noch dazu: Fliegen ist schwierig, eine Gondel geht kaum, Aufzüge werden gemieden und auch eine volle U-Bahn kann unangenehm sein.

Sind das wirklich sechs vollkommen unterschiedliche Ängste? Das kann sein. Es kann aber auch sein, dass diese Situationen auf der Gefühlsebene etwas miteinander verbindet. Vielleicht ist es das Gefühl: „Ich kann hier nicht einfach raus.“ „Ich bin ausgeliefert.“ „Ich kann nicht selbst bestimmen, wann es vorbei ist.“ „Was ist, wenn die Angst kommt und ich nicht weg kann?“ oder „Was ist, wenn ich die Kontrolle über meinen Körper verliere?“

Dann kann hinter mehreren scheinbar unterschiedlichen Ängsten ein gemeinsames emotionales Thema stehen – beispielsweise die Angst vor Kontrollverlust. Das bedeutet nicht, dass jede Flugangst, Fahrangst oder Angst im Aufzug automatisch darauf zurückzuführen ist. Entscheidend ist immer das persönliche Erleben. Wenn sich jedoch in verschiedenen Situationen immer wieder dasselbe Grundgefühl zeigt, wird genau dieses Gefühl für unsere Arbeit interessant.

Warum wir nicht jede Angst einzeln bearbeiten müssen

Wenn Autobahn, Tunnel, Flugzeug, Gondel und Aufzug immer wieder dasselbe emotionale Grundthema aktivieren, müssen wir nicht zwangsläufig jede Situation einzeln abarbeiten. Wir arbeiten mit dem Gefühl, das diese Ängste miteinander verbindet.

Und genau hier erleben wir in unserer Praxis immer wieder etwas Spannendes: Verändert sich dieses zugrunde liegende Gefühl, können sich auch mehrere damit verbundene Ängste verändern. Jemand kommt beispielsweise wegen Fahrangst und bemerkt im Verlauf der Arbeit, dass auch das Mitfahren leichter geworden ist. Ein Aufzug löst weniger aus, eine Gondelfahrt wird wieder vorstellbar oder der Gedanke an einen Flug fühlt sich plötzlich anders an. Deshalb interessiert uns nicht nur, wie eine Angst heißt, sondern vor allem, was darunter emotional passiert.

Wie viele Hypnose-Sitzungen braucht man bei Angst?

Gerade bei einer klar umrissenen konkreten Angst mit einem eindeutigen Auslöser machen wir in unserer Praxis sehr gute Erfahrungen mit einer vergleichsweise kurzen Begleitung. Bei vielen Klientinnen und Klienten erleben wir innerhalb von etwa 3 bis 4 Sitzungen bereits deutliche Veränderungen. Häufig ist die ursprüngliche Angst danach nur noch gering oder kaum mehr wahrnehmbar. Manchmal sind noch ein oder zwei weitere Sitzungen sinnvoll.

Bei mehreren miteinander verbundenen Ängsten kann die Begleitung etwas umfassender sein als bei einer einzelnen, klar umrissenen Angst. Gleichzeitig muss nicht jede Situation einzeln bearbeitet werden – häufig zeigt sich ein gemeinsames emotionales Grundthema, mit dem wir arbeiten können. Unserer Erfahrung nach lassen sich die allermeisten Themen innerhalb von etwa 4 bis 7 Sitzungen so weit auflösen, dass sich unsere Klientinnen und Klienten deutlich wohler und von ihren Ängsten weitgehend befreit fühlen.

Unser Grundsatz: So wenige Sitzungen wie möglich – so viele wie persönlich notwendig.

Muss ich wissen, woher meine Angst kommt?

Nein. Viele Menschen sagen uns im Erstgespräch: „Ich weiß überhaupt nicht, warum ich diese Angst habe.“ Das ist vollkommen in Ordnung. Sie müssen nicht wissen, warum Sie Angst vor Spinnen haben oder warum plötzlich Fahrangst entstanden ist. Manchmal gibt es einen bekannten Auslöser, manchmal zeigt sich während der Hypnose eine frühere Situation oder Erinnerung. Manchmal taucht ein anderes Gefühl wie Trauer, Wut oder Hilflosigkeit auf und manchmal steht einfach das gegenwärtige Angstgefühl im Mittelpunkt.

Wir suchen nicht zwanghaft nach einer Ursache. Wir folgen dem emotionalen Erleben, das sich tatsächlich zeigt.

Verliere ich in Hypnose die Kontrolle?

Gerade Menschen, bei denen die Angst vor Kontrollverlust eine Rolle spielt, fragen uns häufig, ob sie in Hypnose die Kontrolle abgeben müssen. Nein. In der Auflösenden Hypnose® sprechen wir während der Sitzung ganz normal miteinander. Sie können uns beschreiben, was Sie gerade wahrnehmen, welche Gefühle auftauchen, was sich in Ihrem Körper verändert oder welche Gedanken, Erinnerungen und inneren Bilder sich zeigen.

Sie bekommen mit, was während der Sitzung geschieht, können sich anschließend daran erinnern und könnten theoretisch auch jederzeit die Augen öffnen. Sie sind weder bewusstlos noch willenlos. Hypnose bedeutet vielmehr, dass sich Ihre Aufmerksamkeit stärker nach innen richtet. Genau dadurch werden Gefühle und emotionale Reaktionen zugänglicher und wir können gemeinsam damit arbeiten.

Sie geben die Kontrolle nicht ab – Sie richten Ihre Aufmerksamkeit nach innen.

Wenn Sie vor Ihrer ersten Sitzung noch Fragen oder Unsicherheiten haben, finden Sie unter „Bedenken bei Hypnose„ weitere Informationen.

Auflösen statt nur suggerieren: Wo für uns der entscheidende Unterschied liegt

Die Auflösende Hypnose® ist eine Spezialform der Hypnose und abeitet nicht mit positiven Suggestionen wie „Du hast keine Angst mehr“ oder „Du bist vollkommen ruhig“. Ihr Ansatz ist ein anderer: Wir arbeiten mit dem Gefühl selbst.

Bei einer Angst bedeutet das, dass wir uns in Hypnose genau der Situation nähern, die normalerweise die emotionale Reaktion auslöst. Bei Spinnenangst kann das die Vorstellung einer Spinne sein, bei Flugangst der Gedanke an den nächsten Flug und bei Fahrangst beispielsweise eine Autobahnfahrt.

Sobald die Angst wahrnehmbar wird, versuchen wir nicht, sie sofort zu beruhigen oder durch ein positives Gefühl zu ersetzen. Sie darf da sein. Wir bleiben bei dem, was sich zeigt – beispielsweise Enge, Druck, Zittern, Unruhe, innere Bilder, Gedanken oder Erinnerungen – und lassen die emotionale Reaktion ihren Verlauf nehmen.

Genau darin liegt der Kern der Auflösenden Hypnose®: Nicht dem Gefühl sagen, wie es sich fühlen soll, sondern mit dem Gefühl arbeiten, das tatsächlich da ist.

Oder ganz einfach gesagt: Wir gehen dorthin, wo das Gefühl sitzt, sitzt auch die Lösung.

Ängste mit Hypnose auflösen in Wien

Vielleicht leben Sie schon lange mit Flugangst, Fahrangst, Spinnenangst, Höhenangst, Spritzenangst, Zahnarztangst oder einer anderen konkreten Angst. Vielleicht vermeiden Sie inzwischen bestimmte Situationen oder stellen fest, dass gleich mehrere unterschiedliche Situationen immer wieder dasselbe unangenehme Gefühl auslösen.

Bevor wir mit der Hypnose beginnen, führen wir ein kostenloses und unverbindliches telefonisches Erstgespräch von etwa 25 Minuten. Dabei nehmen wir uns Zeit für Ihr Anliegen, schauen uns Ihre Angst und die Situationen, in denen sie auftritt, genauer an und klären, ob Auflösende Hypnose® für Sie der passende Weg sein kann. Nach dem Gespräch haben Sie eine erste Einschätzung und einen klaren Fahrplan, wie wir mit Ihrem persönlichen Thema weiterarbeiten können.

Rufen Sie uns gerne direkt an oder senden Sie uns eine Nachricht. Wir melden uns telefonisch bei Ihnen.

Kostenloses telefonisches Erstgespräch – rufen Sie an oder schreiben Sie uns.

Unsere Arbeit mit Hypnose erfolgt im Rahmen der psychosozialen Beratung/Lebens- und Sozialberatung und ersetzt keine medizinische, klinisch-psychologische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung. Wir stellen keine medizinischen oder psychotherapeutischen Diagnosen und behandeln keine psychischen Erkrankungen. Bei diagnostizierten Angststörungen, Phobien oder anderen Beschwerden mit Krankheitswert wenden Sie sich bitte an entsprechend befugte Fachpersonen.